Rasen düngen vorher mähen oder andersrum? Diese Frage sorgt am Gartenzaun oft für mehr Diskussionen als das Wetter. Viele Hobbygärtner werfen ihren teuren Dünger einfach ins hohe Gras, wo er an den Halmen kleben bleibt und wirkungslos verpufft. Das ist nicht nur Geldverschwendung, sondern oft der sichere Tod für eure Grashalme durch hässliche Verbrennungen.
Schluss mit dem Rätselraten! Ich erkläre euch klipp und klar die Reihenfolge, die für 90 % aller deutschen Rasenflächen funktioniert. Wir sorgen dafür, dass das Nährstoff-Granulat dort landet, wo es hingehört: direkt am Boden und nicht im Fangkorb. Zudem bekommt ihr meinen kompletten Pflege-Jahresplan, damit euer Grün nicht nur heute, sondern das ganze Jahr über in Topform bleibt.
Inhalt
Die einzige wahre Reihenfolge: Erst mähen, dann düngen
Machen wir es kurz und schmerzlos, damit wir keine Zeit verlieren: Erst wird gemäht, dann gedüngt. Punkt. Wer es andersrum macht, füttert im schlimmsten Fall nur den Fangkorb seines Mähers oder sorgt für ein chemisches Desaster auf den Halmen.
Warum ist das so?
Ganz einfach Physik und Chemie. Wenn Sie Dünger in den hohen „Dschungel“ werfen, bleiben die Körner an den Grashalmen kleben wie Kletten. In Kombination mit Feuchtigkeit führt das direkt an der Pflanze zu Verbrennungen (braune, hässliche Flecken), statt an die Wurzel zu gelangen. Außerdem: Wenn Sie erst düngen und dann mähen, saugt Ihr Rasenmäher einen Großteil des teuren Granulats einfach wieder auf, bevor es den Boden überhaupt berührt hat. Das ist Geldverschwendung par excellence.
Rasen mähen nach düngen Schritt für Schritt
Hier ist der Schlachtplan, damit Ihr Rasen auch wirklich grün wird und nicht zum Sanierungsfall mutiert:
Schritt 1: Das Mähen
Bringen Sie den Rasen auf Normalhöhe (ca. 4 cm). Ein präziser Schnitt, wie ihn der Segway Navimow i-105 liefert, ist dafür die ideale Basis. Die kurze Länge sorgt dafür, dass das Düngergranulat später direkt auf den Boden durchrieseln kann – genau da, wo es hingehört.
Profi-Tipp:
Achten Sie auf einen „sauberen“ Rasen! Da Ihr Roboter mulcht, liegt eventuell Schnittgut im Weg, das den Dünger blockieren könnte. Bei zu dichten Grasresten sollten Sie die Fläche kurz abharken oder einen Fangkorb nutzen.

Schritt 2: Das Düngen
Jetzt kommt das Futter. Verteilen Sie den Dünger auf dem frisch gemähten, trockenen Rasen.
Wichtig: Bitte benutzen Sie einen Streuwagen. Wer den Dünger „Freestyle“ mit der Hand auswirft wie Konfetti an Karneval, darf sich später nicht über einen Rasen im Streifenhörnchen-Look wundern. Fahren Sie in Bahnen (längs und quer), um Überlappungen zu vermeiden.
Schritt 3: Das Wässern
Der wichtigste Schritt, den viele vergessen: Wasser marsch! Der Dünger nützt Ihnen nichts, wenn er oben liegen bleibt. Er muss sich auflösen und in den Boden einsickern. Beregnen Sie die Fläche direkt nach dem Düngen für ca. 20–30 Minuten intensiv. Das spült auch letzte Reste von den Halmen und verhindert Verbrennungen. Danach gilt: Lassen Sie den Rasen ruhen, bis das Granulat komplett verschwunden ist.
Das Zeitfenster: Rasen düngen wie lange nicht mähen?
Jetzt liegt der Dünger endlich auf dem Boden. Wann darf wieder gemäht werden? Wer am nächsten Tag sofort wieder startet, macht einen teuren Fehler. Geduld ist hier wichtig. Solange Sie die kleinen Kügelchen noch zwischen den Halmen sehen, bleibt der Mäher aus. Das dauert je nach Regen oder Bewässerung meist eine Woche.
Starten Sie zu früh, riskieren Sie Probleme. Bei einem klassischen Mäher saugen Sie das unaufgelöste Granulat mit dem Fangkorb oft einfach wieder auf. Doch auch Besitzer modernster Technik müssen warten. Selbst ein fortschrittlicher Mähroboter sollte nicht durch frischen und klebrigen Düngematsch fahren. Der Dünger gehört schließlich tief in den Boden an die Wurzeln und nicht als klebrige Paniermehlschicht an die Räder Ihres Roboters.
Das richtige Timing ist nicht nur bei dieser Frage entscheidend. Es bestimmt den Erfolg des ganzen Gartenjahres. Damit Sie zukünftig genau wissen, was wann zu tun ist, machen wir Schluss mit dem Rätselraten. Hier folgt mein bewährter Pflegeplan für das gesamte Jahr.

Der Rasenpflege-Kalender: Das ganze Jahr im Überblick
Vergessen Sie komplizierte Tabellen. Rasenpflege ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage des richtigen Timings. Hier ist der Fahrplan, damit Ihr Grün nicht nur überlebt, sondern Ihre Nachbarn beeindruckt.
Frühjahr (März – April): Der Weckruf
Der Winter ist vorbei und der Rasen sieht meist etwas mitgenommen aus. Jetzt heißt es aufräumen.
- Aufräumen: Entfernen Sie Äste und fauliges Laub. Der Rasen muss atmen können.
- Der erste Schnitt: Sobald es wärmer wird, mähen Sie auf 4 bis 5 cm runter. Bitte nicht tiefer. Wir wollen die Halme wecken und nicht schockieren.
- Vertikutieren: Gehen Sie hier mit Verstand vor. Nur wenn Sie Moos oder dicken Filz haben, ist das nötig. Ein gesunder Rasen braucht diese Behandlung nicht.
- Futter: Jetzt braucht der Rasen Energie. Ein stickstoffreicher Frühjahrsdünger sorgt für den Wachstumskick.
- Lückenfüller: Säen Sie an Kahlstellen einfach nach.
Spätfrühling bis Frühsommer (Mai – Juni): Die Wachstumsphase
Jetzt wächst der Rasen stark. Wer hier nicht aufpasst, hat bald eine Wiese.
- Mähen: Mindestens einmal pro Woche ist Pflicht. Lassen Sie Ihren Segway Navimow laufen, aber gönnen Sie ihm auch mal einen Tag Pause.
- Düngen: Legen Sie nach, damit die Farbe sattgrün bleibt.
- Wässern: Bei Trockenheit gilt die Regel selten, aber viel. Durchtränken Sie den Boden ein bis zwei Mal die Woche richtig, statt täglich nur die Blätter zu benetzen. Das zwingt die Wurzeln nach unten.
Hochsommer (Juli – August): Der Hitzeschutz
Jetzt geht es um den Schutz vor Hitze. Hohe Temperaturen bedeuten Stress für Ihre Halme.
- Schnitthöhe anpassen: Stellen Sie die Höhe auf 5 bis 6 cm. Längere Halme beschatten den Boden und schützen die Wurzeln vor Verdunstung. Wer jetzt zu kurz mäht, erntet Stroh.
- Pause: Mähen Sie seltener, etwa alle 7 bis 10 Tage.
- Wasser: Im Hochsommer ist Disziplin gefragt. Wässern Sie zweimal die Woche tiefgründig.
- Düngerverbot: Kein normaler Dünger bei Dürre. Das wirkt wie Salz in der Wunde und verbrennt den Rasen sofort. Nutzen Sie höchstens speziellen, sanften Sommerdünger.
Herbst (September – Oktober): Die Wintervorbereitung
Der Rasen muss sich auf den Frost einstellen. Wir stärken ihn jetzt für die Kälte, nicht für das Wachstum.
- Schnitt: Gehen Sie zurück auf die Normalhöhe von 4 bis 5 cm.
- Reparatur: Das ist die letzte Chance zum Vertikutieren bei Bedarf und zum Nachsäen, bevor der Boden zu kalt wird.
- Der wichtigste Dünger: Vergessen Sie den Stickstoff. Jetzt kommt ein Herbstdünger mit hohem Kaliumanteil. Kalium wirkt wie ein Frostschutzmittel in den Zellen und stärkt die Halme gegen Krankheiten.
Winter (November – Februar): Die Ruhephase
Gönnen Sie dem Rasen Ruhe.
- Einwintern: Reinigen Sie den Mäher, schärfen Sie die Messer und lagern Sie den Akku warm.
- Betreten verboten: Laufen Sie niemals bei Frost über den Rasen. Die gefrorenen Halme brechen wie Glas. Das sorgt im Frühjahr für schwarze Fußabdrücke.
- Sauber halten: Entfernen Sie unbedingt das Laub. Unter einer nassen Laubdecke fault der Rasen und Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel entstehen leicht.
Halten Sie sich an diesen Mähen-vertikutieren-düngen-Rhythmus. Sie werden sehen, dass Rasenpflege keine Raketenwissenschaft ist, sondern einfach nur konsequentes Handeln zur richtigen Zeit.
5 Praxis-Tipps zum Mähen, Vertikutieren und Düngen
Theorie ist wichtig, aber die Praxis entscheidet über das Ergebnis. Damit Sie sich die Arbeit nicht umsonst machen, habe ich hier die fünf wichtigsten Regeln für Mähroboter-Besitzer und Gärtner zusammengefasst.
Tipp 1: Die „Drittel-Regel“ beim Mähen
Vermeiden Sie radikale Rückschnitte. Gras ist eine Pflanze, die auf Stress empfindlich reagiert. Entfernen Sie daher nie mehr als ein Drittel der Halmlänge in einem Durchgang. Sollte der Rasen nach dem Urlaub sehr hoch gewachsen sein, kürzen Sie ihn bitte nicht sofort auf die üblichen 4 cm. Das schwächt die Gräser und führt schnell zu braunen Stellen. Gehen Sie lieber stufenweise vor und senken die Schnitthöhe über mehrere Tage verteilt. Regelmäßiges Mähen, bei dem nur die Spitzen geschnitten werden, sorgt langfristig für einen gesunden und dichten Wuchs.
Tipp 2: Wurzelerziehung durch richtiges Gießen
Viele Gärtner gießen falsch. Wer jeden Abend kurz den Sprenger anstellt, zieht sich verwöhnte Wurzeln an der Oberfläche heran. Da das Wasser dort verfügbar ist, wachsen die Wurzeln nicht in die Tiefe. Bei der ersten Hitze verbrennt dieser Rasen sofort.
Die Regel lautet: Wässern Sie selten (1–2 Mal die Woche), aber dafür intensiv (15–20 Liter pro m²). Das zwingt die Wurzeln tief in den Boden. Ein tief gewurzelter Rasen übersteht auch den Sommerurlaub besser.

Tipp 3: Gezieltes Vertikutieren bei Bedarf
Vertikutieren wird oft überschätzt. Fakt ist: Es handelt sich um einen massiven Eingriff in die Grasnarbe. Tun Sie das nur, wenn Sie wirklich Moos oder Rasenfilz haben. Ein gesunder, dichter Rasen benötigt diese Prozedur nicht.
Der richtige Zeitpunkt ist das Frühjahr (April/Mai), optional auch der Herbst (September). Wichtig: Vertikutieren Sie niemals bei nassem Boden, sonst reißen Sie unnötig viel gesundes Gras heraus.
Tipp 4: Gesunder Rasen durch scharfe Klingen
Betrachten Sie Ihre Grashalme einmal genau. Sind die Spitzen ausgefranst, braun und sehen unsauber aus? Dann ist Ihr Mäher stumpf. Ein stumpfes Messer schneidet nicht, es reißt die Halme ab. Das Ergebnis ist ein grauer Schimmer über der Fläche und ein erhöhtes Risiko für Krankheiten. Gerade für Mähroboter-Besitzer gilt: Wechseln Sie die Klingen lieber einmal zu oft. Die Kosten sind gering, der qualitative Unterschied ist jedoch gewaltig.
Tipp 5: Das perfekte Dünger-Timing
Der ideale Partner beim Düngen ist der Regen. Versuchen Sie, das Düngen so zu planen, dass für den nächsten Tag leichter Landregen angesagt ist. Das spart Ihnen das manuelle Wässern und spült die Nährstoffe natürlich in den Boden. Aber Vorsicht: Düngen Sie niemals direkt vor einem Starkregen oder Gewitter. Sonst wird der Dünger weggeschwemmt und landet im Gully oder im Blumenbeet des Nachbarn, statt an den Wurzeln.








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