Ein unebener Rasen fällt einem immer dann auf, wenn man ihn eigentlich genießen will. Nach dem Winter sind da plötzlich Dellen, nach einer Nachsaat wirkt alles irgendwie holprig, nach ein paar Tagen Gartenarbeit hat man Stellen, die abgesackt sind. Viele Gartenbesitzer greifen dann zur Walze. Problem schnell gelöst, denkt man.
Ist es aber nicht. Das Rasen walzen ist kein Allheilmittel. Manchmal hilft es. Manchmal macht es alles schlimmer. Dieser Beitrag zeigt, wann Walzen Sinn macht und wann man die Finger davon lassen sollte.
Inhalt
- Wann sollte man Rasen walzen?
- Den Rasen walzen – nass oder trocken?
- Einen alten Rasen walzen – sinnvoll oder riskant?
- Rasen säen und walzen in der richtigen Reihenfolge
- Rasenunebenheiten ausgleichen durch Walzen. Was geht, was nicht?
- Rasen walzen mit einer Rüttelplatte? Lieber nicht!
- Rasen walzen ohne Walze. Geht das überhaupt?
- Rasenwalze mieten statt kaufen – wann es Sinn macht
- Die gleichmäßige Rasenpflege nach dem Walzen
- Häufige Fehler beim Rasen walzen
- Das Fazit
Wann sollte man Rasen walzen?
Ehrlich? Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es kommt nämlich auf mehrere Dinge an: Warum will ich walzen? Wie ist der Boden? Welche Jahreszeit haben wir?
Die richtigen Zeitpunkte
Im Frühjahr macht Walzen oft Sinn. Denn nach dem Winter können sogenannte Frosthebungen entstehen. Das bedeutet, dass das Wasser im Boden gefriert und sich ausdehnt, und dabei alles leicht anhebt. Zurück bleiben kleine Unebenheiten. Vorsichtigiges Walzen drückt dann die Grasnarbe wieder an.
Der wichtigste Einsatzzweck ist aber die Neuansaat. Direkt nach dem Aussäen sorgt die Walze dafür, dass die Samen guten Bodenkontakt haben. Sie trocknen nicht so schnell aus und auch der Wind kann sie nicht wegwehen. Das ist vermutlich der einzige Zeitpunkt, wo eine Walze wirklich unverzichtbar ist.
Aber auch nach Maulwurfshügeln oder wenn man alte Wurzeln entfernt hat, kann Walzen helfen. Allerdings nur, wenn der Boden vorher vorbereitet wurde.
Wann Sie besser nicht walzen sollten
Bei verdichtetem Boden bringt Walzen gar nichts. Im Gegenteil. Zusätzlicher Druck macht alles nur schlimmer. Die Poren schließen sich noch mehr, die Wurzeln leiden.
Im Hochsommer ist es ebenfalls keine gute Idee. Die Graswurzeln stehen bei Hitze sowieso schon unter Stress, da brauchen sie keinen zusätzlichen Druck von oben.
Und bei nassem Boden? Auch nicht. Der Rasen fühlt sich dann zwar weich an, als könnte man ihn schön formen. Das ist trügerisch. Statt Unebenheiten auszugleichen, verdichtet man den Boden massiv. Das merkt man aber erst Wochen später: Der Rasen wächst schlecht, das Moos breitet sich aus und bei Regen steht überall Wasser.

Den Rasen walzen – nass oder trocken?
Eine Frage, die immer wieder kommt. Die Antwort ist: weder noch.
Ideal ist leicht feucht. Der Boden gibt dann unter dem Druck minimal nach, ohne zu schmieren. Besonders beim Rasen säen und walzen ist das wichtig. Die Samen werden angedrückt, ohne dass sich Hohlräume bilden oder die Oberfläche komplett zuschmiert.
Was passiert bei einem zu trockenen Boden?
Ist der Boden sehr trocken, verteilt sich der Druck ungleichmäßig. Die Walze drückt einzelne Stellen stark nach unten, andere bleiben, wie sie sind. Dazu können die flach liegenden Wurzeln beschädigt werden – weil der harte Boden einfach nicht nachgibt.
Ein trockener Boden lässt sich nicht formen. Deshalb bringt das Walzen praktisch nichts.
Das Walzen bei Nässe: Der häufigste Fehler
Das ist wahrscheinlich der Fehler schlechthin. Viele Hobbygärtner denken, nasser Boden lässt sich besser bearbeiten. Stimmt nicht.
Was aber passiert: Der Boden wird verdichtet. Die Poren schließen sich. Wasser und Luft können nicht mehr richtig zirkulieren. Kurzfristig sieht alles schön eben aus. Aber ein paar Wochen später zeigt sich das Problem durch schlechtes Wachstum, Moos und Pfützen, die bei jedem Regenschauer stehen bleiben.
Es gibt da einen simplen Test: In den Boden treten. Bleibt ein tiefer Abdruck oder kommt Wasser hoch? Zu nass. Gibt der Boden leicht nach und federt zurück? Passt.
Einen alten Rasen walzen – sinnvoll oder riskant?
Ein heikles Thema. Weil eine alte, etablierte Grasnarbe ganz anders als junge Pflanzen reagiert.
Bei einem älteren Rasen kann Walzen helfen, wenn es um kleine Frosthebungen oder Maulwurfshügel geht. Aber nur, wenn der Boden nicht verdichtet ist. Einmal im Jahr, leicht, kann man die Grasnarbe wieder andrücken.
Das Problem entsteht erst, wenn man das Walzen zur Routine macht. Ein alter Rasen braucht nämlich eher Luft als Druck. Wer über Jahre hinweg regelmäßig walzt, zerstört dadurch langsam die Bodenstruktur. Die Poren schließen sich, die Wurzeln bekommen weniger Sauerstoff, der Rasen wird anfällig. Das war’s dann.
Ich kenne das aus Gärten, die intensiv genutzt werden: Der Rasen sieht fest und kurz aus, wächst aber schlecht. Bei Trockenheit zeigt sich dann, wie geschwächt er eigentlich ist. Genau das passiert, wenn man einen alten Rasen zu oft walzt.
Die bessere Alternative
Statt zu walzen: Vertikutieren und Aerifizieren. Beides lockert den Boden, verbessert die Durchlüftung und regt das Wurzelwachstum an. Das ist für einen alten Rasen meistens die bessere Wahl.
Rasen säen und walzen in der richtigen Reihenfolge
Hier hat die Walze ihren sinnvollsten Einsatz. Beim Aussäen kann sie wirklich helfen.
Grassamen sind Lichtkeimer, brauchen aber Bodenkontakt. Das Walzen drückt sie an, ohne sie zu vergraben. Die Keimung wird gleichmäßiger und die Ausfälle geringer. Die Samen trocknen nicht so schnell aus, der Wind kann sie nicht mehr wegwehen.
So geht’s richtig
Ich habe das ein paar Mal gemacht und dabei gelernt: Die Vorbereitung entscheidet.
Den Boden locker machen, ebnen, größere Steine entfernen. Dann die Samen gleichmäßig ausbringen – am besten in zwei Richtungen, längs und quer.
Und dann vorsichtig walzen. Mit wenig Gewicht (Es geht nicht darum, den Boden zu verdichten, sondern nur darum, Kontakt zwischen Samen und Erde herzustellen).
Achtung: Zu viel Druck schadet mehr als er nützt. Die Samen werden zu tief gedrückt, die Keimung verzögert sich. Eine leichte Walze reicht völlig. Manche nehmen sogar nur ein Brett.
Nach dem Walzen muss die Fläche gleichmäßig feucht gehalten werden. Und in den ersten Tagen nicht betreten. Wirklich nicht.

Rasenunebenheiten ausgleichen durch Walzen. Was geht, was nicht?
Viele wollen schnell ein ebenes Bild. Walzen soll’s richten. Funktioniert, ja, aber nur begrenzt.
Leichte Frosthebungen oder flache Maulwurfshügel lassen sich durch vorsichtiges Walzen ausgleichen. Vorher sollte man die überschüssige Erde entfernen, dann die Grasnarbe wieder andrücken. Die Fläche wirkt gleichmäßiger.
Wichtig ist, dass die Unebenheiten nur oberflächlich sind. Ein paar Zentimeter gehen noch, alles darüber braucht andere Maßnahmen.
Was die Walze nicht leisten kann
Tiefe Senken? Lassen sich nicht wegwalzen. Da muss Erde rein und neu eingesät werden. Auch bei stark verdichtetem Boden ist Walzen keine Lösung. Es kaschiert das Problem höchstens kurzfristig. Nach ein paar Wochen sind die Unebenheiten wieder da.
Größere Hügel oder wellige Flächen lassen sich ebenfalls nicht durch Walzen ebnen. Da hilft nur Bodenabtrag an den hohen Stellen, Auffüllen an den tiefen.
Wenn die Unebenheiten so stark sind, dass der Mäher Probleme kriegt oder man beim Laufen ständig stolpert, lohnt sich eine grundlegende Überarbeitung eher als wiederholtes Walzen.
Rasen walzen mit einer Rüttelplatte? Lieber nicht!
Manchmal kommt die Idee auf, eine Rüttelplatte zu nehmen, einfach weil eine da ist. Bitte nicht.
Eine Rüttelplatte ist für Pflaster und Wege gedacht. Sie erzeugt schnelle, kräftige Vibrationen und verdichtet den Boden massiv, viel stärker als eine Walze. Für einen Rasen ist das einfach zu viel. Die Rüttelplatte schädigt die Wurzeln, sie zerstört die Bodenstruktur und die Grasnarbe leidet.
Dazu kommt die punktuelle Belastung. Eine Walze rollt gleichmäßig über die Fläche. Die Rüttelplatte konzentriert den Druck auf eine kleine Fläche. Das Ergebnis sind oft Dellen statt einer ebenen Fläche. Wer einmal gesehen hat, was Pfennigabsätze einem Holzboden antun können, der weiß, was hier gemeint ist.
Kurz: Die Rüttelplatte hat auf dem Rasen nichts verloren. Verzichten Sie lieber auf das Walzen oder besorgen Sie sich eine passende Walze.
Rasen walzen ohne Walze. Geht das überhaupt?
Nicht jeder hat eine Walze. Aber auf kleinen Flächen geht’s auch ohne.
Für sehr kleine Stellen können nämlich auch Bretter helfen, oder ein gleichmäßiger Fußdruck nach einer punktuellen Nachsaat. Das Brett wird auf die Fläche gelegt und vorsichtig betreten. Das Gewicht verteilt sich dadurch gleichmäßiger als beim direkten Betreten. Okay, das ersetzt keine Walze, ist aber als Übergangslösung in Ordnung.
Auf größeren Flächen funktioniert das allerdings nicht mehr. Der Druck wird ungleichmäßig, das Ergebnis entsprechend mies. Für mehr als ein paar Quadratmeter ist das also nicht zu empfehlen.
Bei einer Neuansaat reichen improvisierte Methoden sowieso nicht aus. Die Fläche ist zu groß, der Bodenkontakt muss überall gleichmäßig sein. Sonst keimen die Samen ungleichmäßig.
Wann sich das Mieten lohnt
Für einmalige Projekte wie eine Neuansaat ist Mieten für die meisten die beste Lösung. Die Kosten halten sich in Grenzen, aber das Ergebnis wird deutlich besser.

Rasenwalze mieten statt kaufen – wann es Sinn macht
Wer nur gelegentlich walzen will, kann das Rasenwalzen mieten in Betracht ziehen. Das lohnt sich vor allem bei einmaligen Projekten wie einer Neuansaat oder nach größeren Bodenarbeiten. Die Kosten liegen je nach Region zwischen 15 und 30 Euro pro Tag.
Wichtig: Wählen Sie eine Walze mit angemessenem Gewicht und befüllen Sie sie nicht voll. Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Für einen normalen Hausgarten reichen 50 bis 80 Kilogramm.
Worauf Sie beim Mieten achten sollten
Die Walze sollte eine Füllmöglichkeit haben, am besten mit Wasser. So lässt sich das Gewicht flexibel anpassen. Für kleine Gärten reichen 40 bis 50 Zentimeter Breite, für größere 60 bis 80 Zentimeter.
Vor der ersten Fahrt den Boden prüfen. Zu nass oder zu trocken? Lieber noch einen Tag warten. Dann die Walze gleichmäßig über die Fläche ziehen, ohne zu stoppen. Sonst entstehen Druckstellen.
Wer nur eine sehr kleine Fläche bearbeiten muss, kann auch auf eine Handwalze zurückgreifen. Die gibt’s ab etwa 50 Euro.
Die gleichmäßige Rasenpflege nach dem Walzen
Nach dem Walzen braucht der Rasen Ruhe. In den ersten Tagen sollte er nicht betreten werden, nur vorsichtig gewässert. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, weil der Boden nach dem Walzen ohnehin etwas verdichtet ist.
Auch mit dem Mähen sollten Sie warten, bis sich die Grasnarbe wieder stabilisiert hat. Je nach Jahreszeit dauert das etwa ein bis zwei Wochen. Ein zu früher Schnitt stresst die Pflanzen unnötig. Moderne Mähroboter übernehmen das regelmäßige Mähen und entlasten Sie.
Ein gleichmäßiger, regelmäßiger Schnitt ist langfristig wichtiger als erneutes Walzen. Er trägt dazu bei, dass der Rasen ruhig wächst und die Unebenheiten weniger auffallen. Die Gräser bilden mehr Seitentriebe, die Fläche wird dichter.
Wer den Rasen regelmäßig schneidet, vermeidet Stresssituationen, die zu unruhigem Wachstum führen. Für eine moderne, kontinuierliche Rasenpflege, die das regelmäßige Mähen automatisch übernimmt, finden Sie weitere Informationen hier: https://navimow.segway.com/de-de/ und hier: https://navimow.segway.com/de-de/collections/robot-lawn-mower
Häufige Fehler beim Rasen walzen
Auch beim Walzen kann man einiges falsch machen. Die häufigsten Fehler lassen sich aber vermeiden.
| Fehler | Was passiert dabei? | Besser so |
|---|---|---|
| Zu hoher Druck | Der Boden wird stark verdichtet, Luft und Wasser gelangen schlechter an die Wurzeln. Der Rasen leidet langfristig. | Walze nur halb befüllen. Es geht um Bodenkontakt, nicht um maximale Verdichtung. |
| Walzen zum falschen Zeitpunkt | Bei Nässe wird der Boden massiv verdichtet, bei Hitze stehen die Wurzeln zusätzlich unter Stress. Schäden zeigen sich oft erst Wochen später. | Nur bei leicht feuchtem Boden walzen. Bei Nässe oder großer Hitze lieber warten. |
| Strukturelle Probleme ignorieren | Tiefe Senken oder stark verdichteter Boden lassen sich nicht „wegwalzen“. Das Problem bleibt bestehen. | Boden erst lockern, auffüllen oder belüften. Die Walze nur für Feinarbeiten nutzen. |
| Zu häufiges Walzen | Die Bodenstruktur verschlechtert sich, der Rasen wird anfälliger und wächst schlechter. | Maximal einmal im Jahr walzen – und nur, wenn es wirklich nötig ist. |
Das Fazit
Das Rasen walzen ist ein Werkzeug, kein Ritual. Richtig eingesetzt, kann es helfen, kleine Unebenheiten zu korrigieren oder eine Neuansaat zu unterstützen. Falsch angewendet, verschlechtert es die Bodenstruktur und schwächt den Rasen langfristig.
Ein wirklich ebener, gesunder Rasen entsteht nicht durch Druck, sondern durch durchdachte Pflege, Geduld und die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt.
Wer die Grundlagen beachtet – den richtigen Zeitpunkt wählt, den Boden leicht feucht hält und nicht zu viel Druck ausübt – wird gute Ergebnisse erzielen.








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