Während Rasen säen im Frühjahr und Herbst als klassisch gilt, wird es im Sommer oft kritisch betrachtet. Es sei zu heiß, zu trocken und zu riskant, so lauten die häufigen Vorurteile.
Viele Gartenbesitzer stellen sich deshalb jedes Jahr dieselbe Frage: Stimmt das wirklich? Kann man im Sommer Rasen säen? Die kurze Antwort lautet: Ja, man kann im Sommer Rasen säen – wenn man es richtig macht. In diesem Artikel erfahren Sie detailliert, wann, wie und unter welchen Bedingungen das Säen von Rasen im Sommer erfolgreich funktioniert.
Inhalt
- Warum überhaupt Rasen im Sommer säen?
- Wann ist der beste Zeitpunkt, um im Sommer Rasen zu säen?
- Vorbereitung: Der wichtigste Schritt beim Rasen säen im Sommer
- Rasen im Sommer säen: Was ist zu tun?
- Bewässerung: Der kritische Erfolgsfaktor beim Rasen säen im Sommer
- Rasenpflege und typische Fehler nach der Sommeraussaat
- Fazit: Rasen im Sommer säen - Lohnt es sich?
Warum überhaupt Rasen im Sommer säen?
Das Säen von Rasen ist ein entscheidender Schritt beim Anlegen eines schönen Rasens. Obwohl Frühling und Herbst als ideale Jahreszeiten für die Rasensaat gelten, ist eine Aussaat im Sommer in vielen Fällen sinnvoll und sogar notwendig. Schließlich stimmt die Gartenplanung in der Praxis nicht immer mit dem optimalen Zeitpunkt überein. Ein Rasen, der über einen längeren Zeitraum nicht gepflegt wird, kann zahlreiche Schäden davontragen.
Warum Rasen im Sommer säen? Typische Gründe für eine Sommeraussaat sind:
- Neubau oder Gartenneuanlage im Sommer
Viele Bauprojekte werden erst in den Sommermonaten abgeschlossen. Eine monatelange brachliegende Fläche ist optisch unattraktiv und anfällig für Unkraut.
- Kahlstellen durch Hitze, Trockenheit oder Schädlinge
Hohe Temperaturen und Wassermangel führen häufig zu offenen Stellen, die sich ohne Nachsaat nicht von selbst schließen.
- Rasenschäden durch Nutzung oder Bauarbeiten
Gartenfeste, spielende Kinder oder kleinere Umbauten hinterlassen oft dauerhaft geschädigte Bereiche.
- Offene Flächen nach Unkrautentfernung
Wird Unkraut entfernt, sollte der Boden möglichst schnell wieder begrünt werden, um neue Probleme zu vermeiden.
Es gibt offenbar erhebliche theoretische Gründe dafür, Rasensamen im Sommer auszusäen. Dennoch sind Gärtner besorgt: Könnten die Samen aufgrund von Hitze oder Trockenheit unmittelbar nach der Aussaat absterben?
Die gute Nachricht: Rasen im Sommer säen ist möglich und die Samen trocknen nicht sofort aus, auch wenn es eine größere Herausforderung ist als im Frühjahr oder Herbst. Der Erfolg hängt von drei entscheidenden Faktoren ab: Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und konsequente Bewässerung.
Wer bereit ist, mehr Pflege zu investieren, kann auch im Sommer erfolgreich Rasen säen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um im Sommer Rasen zu säen?
Grundsätzlich liegt der geeignete Zeitraum für eine Rasenaussaat zwischen Juni und August. Entscheidend sind jedoch nicht der Kalendermonat, sondern die konkreten Wetter- und Bodenbedingungen. Gerade in den Sommermonaten können große Temperaturschwankungen darüber entscheiden, ob die Aussaat erfolgreich ist oder nicht. Ideale Voraussetzungen für eine Sommeraussaat sind:
- Moderate Temperaturen zwischen 20 und 28 °C: In diesem Bereich keimen Rasensamen zügig, ohne dass die jungen Keimlinge sofort unter Hitzestress leiden.
- Bewölkte Tage oder kurze, gleichmäßige Sommerregen: Sie reduzieren die Verdunstung und sorgen für eine gleichmäßig feuchte Bodenoberfläche.
- Keine angekündigten Hitzeperioden über 30 °C: Extreme Hitze in den ersten Tagen nach der Aussaat erhöht das Risiko des Austrocknens erheblich.
- Möglichst windstille Bedingungen: Wind beschleunigt die Austrocknung des Bodens und kann frisch ausgebrachte Samen verdrängen.
Praxis-Tipp:
Säen Sie Rasen im Sommer bevorzugt frühmorgens oder in den Abendstunden. Zu diesen Zeiten ist die Verdunstung geringer, und der Boden kann die Feuchtigkeit länger speichern – ein entscheidender Vorteil für die Keimung.
Vorbereitung: Der wichtigste Schritt beim Rasen säen im Sommer
Selbst wenn der richtige Zeitpunkt gewählt wurde und die Wetterbedingungen ideal erscheinen, ist letztlich die Vorbereitung des Bodens für den Erfolg der Sommeraussaat entscheidend. Gerade bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung reagiert der Rasen besonders empfindlich auf Fehler in dieser Phase. Ein schlecht vorbereiteter Boden trocknet schneller aus, speichert weniger Feuchtigkeit und bietet den Samen nur unzureichenden Kontakt zur Erde.

Schritt-für-Schritt Vorbereitung:
- Alte Grasreste und Unkraut vollständig entfernen, um Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu vermeiden.
- Den Boden 10–15 cm tief lockern, damit Wasser besser eindringen und gespeichert werden kann.
- Steine, Wurzeln und grobe Pflanzenteile beseitigen, um eine gleichmäßige Keimung zu ermöglichen.
- Unebenheiten sorgfältig ausgleichen, damit sich später keine Wasserlachen oder Trockenzonen bilden.
- Den Boden leicht anwalzen oder antreten, um eine stabile, aber nicht verdichtete Oberfläche zu schaffen.
- Eine feinkrümelige, gleichmäßige Oberfläche herstellen, die optimalen Bodenkontakt für die Samen bietet.
Ein gut vorbereiteter Boden speichert Feuchtigkeit deutlich besser und schafft stabile Keimbedingungen – ein entscheidender Vorteil beim Rasen säen im Sommer.
Rasen im Sommer säen: Was ist zu tun?
Wenn der Boden vorbereitet ist und der richtige Zeitpunkt gewählt wurde, ist eine präzise und ruhige Durchführung der Aussaat entscheidend. Gerade im Sommer können kleine Fehler schnell dazu führen, dass die Samen austrocknen oder ungleichmäßig keimen. Die folgenden Schritte helfen dabei, optimale Startbedingungen zu schaffen.
Schritt 1: Rasensamen gleichmäßig ausbringen
Verteilen Sie das Saatgut möglichst gleichmäßig per Hand oder mit einem Streuwagen. Eine Kreuzverteilung in zwei Richtungen verhindert kahle Stellen und sorgt für eine gleichmäßige Rasendichte.
Schritt 2: Samen leicht in den Boden einarbeiten
Rechen Sie die Rasensamen vorsichtig ein, sodass sie maximal 0,5 cm mit Erde bedeckt sind. Zu tief liegende Samen keimen schlechter, zu offen liegende trocknen schnell aus.
Schritt 3: Boden andrücken oder leicht anwalzen
Drücken Sie die Fläche vorsichtig an, um einen guten Bodenkontakt herzustellen. Dieser Schritt ist entscheidend, damit die Samen Feuchtigkeit aufnehmen und nicht vom Wind verweht werden.
Schritt 4: Fläche sofort fein bewässern
Bewässern Sie die frisch eingesäte Fläche direkt nach der Aussaat mit einem feinen Sprühstrahl. Der Boden sollte durchfeuchtet, aber nicht ausgespült sein.
Schritt 5: Feuchtigkeit in den ersten Tagen konstant halten
In den ersten 10–14 Tagen darf die Oberfläche niemals austrocknen. Mehrere kurze Wassergaben pro Tag sind im Sommer oft sinnvoller als seltenes, intensives Gießen.

Werden diese Schritte sorgfältig umgesetzt, sorgen sie für stabile Startbedingungen. So keimt der Rasen auch bei sommerlichen Temperaturen gleichmäßig und entwickelt sich gut.
Bewässerung: Der kritische Erfolgsfaktor beim Rasen säen im Sommer
Direkt nach der Aussaat beginnt die kritische Phase. Kurz danach zeigt sich, ob die Rasensamen beim Rasen säen im Sommer unter den gegebenen Bedingungen tatsächlich gedeihen können. Neu ausgesäte Samen sind kaum geschützt und reagieren besonders empfindlich auf Austrocknung. Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung führen häufig zu einer raschen Austrocknung der Bodenoberfläche – selbst dann, wenn der Boden zuvor ausreichend feucht war. Bereits geringfügige Schwankungen der Luft- und Bodenfeuchtigkeit können den Keimungsprozess nachhaltig stören. Umso wichtiger ist es, in den ersten Tagen nach der Aussaat einen möglichst stabilen Feuchtigkeitsgehalt aufrechtzuerhalten.
Bewässerungsregeln für die Sommeraussaat:
- Mehrmals täglich leicht wässern, idealerweise 2–4 Mal, um die Oberfläche konstant feucht zu halten
- Darauf achten, dass der Boden nicht austrocknet, selbst kurze Trockenphasen können problematisch sein
- Lieber häufig in kleinen Mengen gießen, statt selten große Wassermengen auszubringen
- Nach erfolgter Keimung die Wassergaben schrittweise reduzieren, damit sich ein stabiles Wurzelsystem entwickeln kann
Eine gleichmäßige Bewässerung legt damit die Grundlage dafür, dass sich der junge Rasen auch unter sommerlichen Bedingungen stabil entwickeln kann – bevor in den folgenden Wochen Pflege und erster Schnitt an Bedeutung gewinnen.

Rasenpflege und typische Fehler nach der Sommeraussaat
Nach dem Säen endet die Arbeit nicht – gerade beim Rasen im Sommer säen entscheidet die anschließende Pflege darüber, ob sich die jungen Pflanzen dauerhaft etablieren können. Die ersten Wochen sind dabei besonders sensibel und sollten bewusst ruhig gestaltet werden.
Erster Schnitt, Düngung und Nährstoffversorgung
Der erste Rasenschnitt sollte erst erfolgen, wenn die Halme eine Höhe von etwa 8–10 cm erreicht haben. Dabei gilt: Man sollte maximal ein Drittel der Halmlänge kürzen, um die jungen Pflanzen nicht unnötig zu schwächen. Um die junge Rasenfläche zu schonen, kann es sinnvoll sein, auf schonende Pflegelösungen zu setzen. Moderne Mähroboter wie Segway Navimow für den Rasen ermöglichen eine gleichmäßige Schnitthöhe, ohne die Fläche unnötig zu belasten.
Auch mit der Düngung ist Zurückhaltung gefragt. Frühestens 4–6 Wochen nach der Aussaat kann ein leichter Starterdünger sinnvoll sein, um das weitere Wachstum zu unterstützen. Gerade in diesem Zusammenhang stellt sich häufig die Frage, ob man Rasen gleichzeitig säen und düngen sollte. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine kombinierte Vorgehensweise sinnvoll sein, erfordert jedoch ein gutes Verständnis für Dosierung, Bodenzustand und Bewässerung – insbesondere bei sommerlichen Temperaturen.
Belastung in der Anfangsphase vermeiden
Frisch gesäter Rasen sollte möglichst wenig beansprucht werden. Gartenmöbel, intensives Betreten oder spielende Kinder können die noch flach wurzelnden Pflanzen leicht beschädigen und das gleichmäßige Anwachsen stören.
Häufige Fehler bei der Sommeraussaat
Typische Probleme entstehen durch zu geringe oder unregelmäßige Bewässerung, eine Aussaat bei extremer Hitze oder die Verwendung minderwertigen Saatguts. Auch zu tief eingearbeitete Samen oder Ungeduld beim ersten Mähen wirken sich negativ aus.
Alternative: Nachsaat statt kompletter Neuansaat
Nicht in jedem Fall ist eine vollständige Neuansaat notwendig. Gerade im Sommer bietet sich die Nachsaat an, um Lücken zu schließen, strapazierte Flächen zu reparieren und das Gesamtbild schnell zu verbessern. Der Pflegeaufwand ist geringer, und auch das Risiko bleibt überschaubar.
Wer sich langfristig für moderne, bequeme Rasenpflege interessiert, findet bei Navimow von Segway passende Lösungen: https://de.navimow.com
Bonus: Die passenden Rasensamen für die Sommeraussaat
Nach der Aussaat sind Bewässerung und Pflege entscheidend – aber ob diese Maßnahmen „greifen“, hängt bereits einen Schritt früher ab: von der passenden Mischung. Nicht jede Rasensaat ist für die heißen Monate geeignet. Gerade im Sommer lohnt es sich, Saatgut auszuwählen, das entweder Trockenstress besser wegsteckt oder besonders zügig keimt, damit die empfindliche Phase möglichst kurz bleibt.
Empfehlenswerte Rasentypen für die Sommeraussaat
- Trockenheitsresistente Rasenmischungen: Sinnvoll für sonnige Flächen und leichte Böden, die schnell austrocknen. Diese Mischungen setzen häufig auf robustere, widerstandsfähige Gräser.
- Schnellkeimende Nachsaaten: Ideal zum Schließen von Lücken - Je schneller die Keimung, desto weniger Zeit haben Hitze und Verdunstung, den jungen Pflanzen zu schaden.
- Schattenrasen bei geringer Sonneneinstrahlung: Wenn die Fläche nur wenige Stunden Sonne bekommt (z. B. unter Bäumen oder an Nordseiten), ist eine schattentolerante Mischung oft die stabilere Wahl als „Standardrasen“.
Worauf Sie beim Saatgut konkret achten sollten
- Hohe Keimrate, damit die Fläche gleichmäßig und dicht startet
- Hitzetoleranz, um Stress bei warmen Tagen besser abzufangen
- Tiefwurzelnde Gräser, weil sie Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen und so länger durchhalten
So passt die Samenwahl zur tatsächlichen Fläche – und Pflege, Bewässerung und der erste Schnitt zahlen sich am Ende auch sichtbar aus.
Fazit: Rasen im Sommer säen - Lohnt es sich?
Sommerliche Rasensaat kann richtig gut funktionieren – sie ist nur etwas „pflegehungriger“ als im Frühjahr oder Herbst. Damit Sie schnell ein Gefühl dafür bekommen, ob es zu Ihrer Situation passt, hier die wichtigsten Plus- und Minuspunkte im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schnelle Keimus durch warme Bodentemperatures | Höherer Wasserbedarf in den ersten Tagen |
| Kahlstellen lassen sich zügig schließen | Austrocknungsrisiko bei Hitze und Wind |
| Praktisch für Reparatur- und Nachsaaten | Keimlinge sind anfangs sehr empfindlich |
| Längere Tage erleichtern Kontrolle und Pflege | Unkraut kann schneller mitkeimen |
Und was heißt das nun für die Praxis? Wenn Sie in den ersten 10–14 Tagen zuverlässig für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen können, stehen die Chancen meist gut, dass die Fläche schnell „anspringt“ und sich sichtbar schließt. Gibt es dagegen eine Hitzewelle am Horizont oder sind Sie oft unterwegs, ist es oft klüger, nur punktuell nachzusäen oder auf einen günstigeren Zeitraum zu warten. So bleibt der Sommer kein Risiko, sondern wird zur Chance, den Rasen rechtzeitig zu stabilisieren – bevor sich Lücken weiter ausbreiten.








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