Navimow‑Mähroboter finden ihren Weg über Satellitensignale. Damit sie jede Ecke Ihres Rasens erreichen, arbeiten sie mit RTK oder Netzwerk‑RTK. Beide Verfahren senken die übliche GPS‑Ungenauigkeit von mehreren Metern auf wenige Zentimeter.

Diese Genauigkeit hängt an einem stabilen Signal. Wird es schwach, sehen Sie das schnell am Mähbild. Der Mäher meldet einen GPS‑Fehler, bleibt stehen oder lässt Flächen aus, die in der Karte eingezeichnet sind.

Im Folgenden finden Sie die sieben häufigsten Ursachen und die passenden Lösungen. Meist ist das Problem in wenigen Minuten behoben.

Schneller Überblick

  • Erster Schritt: Mäher und App neu starten, danach den Softwarestand prüfen.
  • Häufigste Ursache: Antenne steht zu dicht an Wand, Zaun oder Baum. Nötig sind mindestens 2 Meter Abstand.
  • Freie Sicht: Die Antenne braucht einen offenen Himmelsbereich von mehr als 110 Grad.
  • Ohne Antenne: Beim Netzwerk‑RTK entscheidet die Abdeckung an Ihrem Wohnort. Sie lässt sich mit der Postleitzahl prüfen.

Woran Sie ein Signalproblem erkennen

Ein schwaches Satellitensignal zeigt sich in wiederkehrenden Mustern. Der Mäher fährt langsamer als gewohnt. Er hält mitten auf der Fläche an und sucht neu. In der App springt seine Position, oder es erscheint ein Hinweis auf schwachen Empfang.

Achten Sie darauf, wo die Aussetzer auftreten. Passiert es immer an derselben Stelle, steht dort meist ein Hindernis, das die Sicht zum Himmel verdeckt. Treten die Probleme über den ganzen Garten verteilt auf, liegt die Ursache eher bei der Antenne, der Ladestation oder dem Netzwerk.

Ursachen für schwache GPS‑ und RTK‑Signale

Hindernisse blockieren die Sicht zum Himmel

Die häufigste Ursache sind bauliche und natürliche Hindernisse. Satellitensignale brauchen eine freie Sichtlinie. Alles, was diese Linie unterbricht, schwächt den Empfang.

Typische Störquellen im Garten:

  • hohe Hauswände und Giebel
  • dichte Baumkronen und Hecken
  • Carports, Pergolen und Dachvorsprünge
  • Mauern, Sichtschutzwände und Blechzäune
  • Photovoltaikmodule und Metallflächen in unmittelbarer Nähe

Steht der Mäher im Signalschatten, erreichen ihn nur noch wenige Satelliten. Die Folge sind Positionssprünge, abgebrochene Mähvorgänge und Fehlermeldungen in der App.

Navimow Antenne am Hausdach montiert

Veraltete Firmware

Läuft der Mäher noch mit einer alten Firmware, begegnen Ihnen Fehler, die in neueren Versionen längst behoben sind. Navimow liefert regelmäßig Updates aus, die auch die Signalverarbeitung betreffen.

Wenn Ihr Mäher monatelang einwandfrei lief und plötzlich Probleme macht, lohnt der Blick auf den Softwarestand vor jeder anderen Fehlersuche.

Schlechter Mobilfunkempfang

Ist der Mäher über Mobilfunk angebunden, kommen die Korrekturdaten über das Netz Ihres Anbieters. Bei schwachem Empfang am Standort erreichen sie den Mäher verspätet oder gar nicht.

Falsch platzierte Antenne

Beim lokalen RTK entscheidet die Antenne über die Genauigkeit. Sie braucht freie Sicht zum Himmel, ohne Dachüberstand, Baum oder Mauer im Weg. Vorgesehen sind ein freier Sichtbereich von mehr als 110 Grad und ein Mindestabstand von 2 Metern zu Wänden, Bäumen, Zäunen und Gebäuden.

Wird dieser Abstand unterschritten, empfängt die Antenne in einzelnen Himmelsrichtungen kaum noch Satelliten. Der Mäher verliert dann genau in den Bereichen an Genauigkeit, die im Schatten der Störquelle liegen. Dort bleibt er häufiger stehen oder meldet einen Fehler.

Antenne zu dicht an Haus und Baum

Netzwerk‑RTK ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Beim Netzwerk‑RTK kommen die Korrekturdaten über das Internet aus einem Anbieternetz. Das spart die Antenne, setzt jedoch voraus, dass Ihr Wohnort im Versorgungsgebiet liegt.

Navimow baut die Abdeckung gemeinsam mit Partnern laufend aus. Trotzdem gibt es weiterhin Regionen ohne Versorgung. Dort ist der Mäher auf lokales RTK mit Antenne angewiesen.

Netzwerk-RTK verbindet Mäher mit Satelliten

So beheben Sie GPS‑, RTK‑ und Positionsprobleme

Mäher und App neu starten

Tritt das Problem zum ersten Mal auf, beginnen Sie mit dem einfachsten Schritt. Ein Neustart leert den Arbeitsspeicher und setzt die Systemdienste zurück. Damit verschwinden viele sporadische Fehler bereits.

Schalten Sie den Mäher aus, stellen Sie ihn in die Ladestation und lassen Sie ihn etwas laden. Schließen Sie die App vollständig, öffnen Sie sie erneut und verbinden Sie sich neu.

Firmware aktualisieren

Öffnen Sie die Navimow‑App und gehen Sie zu Startseite > Einstellungen > Meine Geräte > Software‑Update. Liegt eine neuere Version vor, starten Sie das Update von dort aus.

Bitte erfüllen Sie bei der Installation nach Möglichkeit die folgenden Bedingungen, um die Erfolgsquote der Installation zu gewährleisten:

  • Der Mäher steht in der Ladestation.
  • Der Akkustand liegt bei mindestens 20 Prozent.
  • In der kommenden Stunde ist kein Mähen geplant.
  • Die Verbindung über WLAN oder Mobilfunk ist stabil.

Antennenkabel prüfen

Die Antenne ist über ein Kabel mit der Ladestation verbunden. Kontrollieren Sie es auf Knicke, Scheuerstellen und Bissspuren. Nagetiere und Haustiere machen sich gern an solchen Leitungen zu schaffen.

Ein beschädigtes Kabel gehört ersetzt. Sitzt die Antenne weiter entfernt, brauchen Sie ein Verlängerungskabel. Prüfen Sie in diesem Fall auch die Steckverbindung. Lösen Sie sie einmal, entfernen Sie Schmutz und Feuchtigkeit und stecken Sie sie wieder fest zusammen.

Verlängerungskabel für die RTK-Antenne

Antenne richtig platzieren

Suchen Sie eine offene Stelle im Garten, an der die Antenne freie Sicht nach oben hat. Halten Sie mindestens 2 Meter Abstand zu Hauswänden, dichten Bäumen, Zäunen und allem ein, was hoch aufragt.

Antenne mit freier Sicht zum Himmel

Ist Ihr Grundstück klein oder stark bewachsen, montieren Sie die Antenne auf dem Dach oder an einer hohen Wand. Weiter oben ist die Sicht zum Himmel meist deutlich besser als auf Bodenhöhe.

Kontrollieren Sie das Ergebnis anschließend im Satellitensignalanalysator der App. Die Darstellung zeigt Ihnen die empfangenen Satelliten in allen Himmelsrichtungen. Blaue Punkte stehen für Satelliten, die Mäher und Antenne gemeinsam sehen. Je mehr blaue Punkte zusammenkommen, desto stabiler arbeitet die Positionierung.

Netzwerk‑RTK‑Abdeckung prüfen

Ob Netzwerk‑RTK bei Ihnen verfügbar ist, sehen Sie in wenigen Sekunden. Rufen Sie die Seite Netzwerk‑RTK auf und geben Sie Ihre Postleitzahl in das Suchfeld ein. Die Karte zeigt Ihnen, ob Ihr Standort im versorgten Gebiet liegt.

Diese Prüfung lohnt sich schon vor dem Kauf. Sie entscheidet darüber, ob Sie eine Antenne brauchen.

Den Positionierungsmodus stellen Sie in der App selbst um. Gehen Sie zu Startseite > Einstellungen > Erweiterte Funktionen > EFLS™ NRTK und wählen Sie Positionierungsmodus. Dort wechseln Sie zwischen Netzwerk‑RTK und lokalem RTK. Ohne Abdeckung nehmen Sie lokales RTK und installieren die mitgelieferte Antenne.

Antenne versetzen und Karte neu anlegen

Manchmal hilft nur ein neuer Standort. Prüfen Sie den geplanten Platz zuerst mit dem Satellitensignalanalysator und schrauben Sie die Antenne erst danach fest.

Denken Sie daran, dass die gespeicherte Karte an die Positionen von Antenne und Ladestation gebunden ist. Nach dem Versetzen legen Sie die Karte neu an. Wer das vorher weiß, wählt den Standort gleich beim ersten Mal mit Bedacht.

Wenn das Problem bleibt

Führt keine der Maßnahmen zum Erfolg, wenden Sie sich an den Navimow‑Support unter support‑navimow@rlm.segway.com. Halten Sie die Seriennummer Ihres Mähers, die App‑Version und eine kurze Beschreibung bereit, wann und wo das Signal abbricht. Ein Foto vom Standort der Antenne beschleunigt die Diagnose spürbar.

Fazit

Schwache GPS‑ und RTK‑Signale gehen fast immer auf abgeschattete Antennen, instabile Netzwerke oder veraltete Firmware zurück. Wer die Ursache eingrenzt, kommt in der Regel ohne Servicetermin aus.

Beginnen Sie mit dem Neustart und dem Firmware‑Update. Prüfen Sie danach die Abstände von Antenne und Ladestation und kontrollieren Sie das Ergebnis im Satellitensignalanalysator. Lässt Ihr Mäher trotz stabilem Signal einzelne Flächen stehen, liegt die Ursache meist in der Karte oder an Hindernissen im Rasen. Diesen Fall behandelt der Beitrag zu ausgelassenen Bereichen (interner Link folgt, sobald der Beitrag live ist).

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